Pfarrer Jochen Maurer
Wie jüdisch ist das Neue Testament?

Der lebendige und rhetorisch gekonnt gehaltene Vortrag von Jochen Maurer beschäftigte sich mit dieser Frage. Dabei ging es insbesondere um die Ursprünge des Christentums, welches aus der jüdischen Lebens- und Glaubenswelt hervorgegangen sind.
Grundlage des Vortrags bildete das 2021 von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegebene Werk „Das Neue Testament – jüdisch erklärt“. Es zeigt sich, dass das Wort „christlich“ bzw. „Christen“ lediglich drei (!) Mal im Neuen Testament Erwähnung findet. Der Grund dafür, das Wort „Christ“ stellt eine – negative – Fremdbezeichnung dar, denn Jesus und seine Jünger haben sich nie selbst „Christen“ genannt („…sie wurden genannt“). Die römische Umwelt (evtl. Verwaltung), also eine fremde Gruppe, nannten sie so.
Die Bezeichnung „Jesus Christus“ führt zu der – falschen - Annahme, dass Christus der Nachname von Jesus sei. Der Name „Christus“ ist ein Hoheitstitel. Dies ist die griechische Übersetzung des Hebräischen Maschiach - der „Gesalbte“.
Bei Betrachtung der Lebensweise der jüdischen Urgemeinde in Jerusalem, die ihre jüdisch-religiösen Rituale und Gebote einhielten, vollzog sich der entscheidende Schritt zur Eigenständigkeit durch Petrus. Die „Grenze“ von „Israel“ zu den „Gottesfürchtigen“ (SympathisantInnen der jüd. Gemeinschaft) wird deutlich am Vollzug der Taufe des Hauptmanns Kornelius, eines nicht-jüdischen Römers, die - ohne vorherige Beschneidung - vollzogen wurde.
Als Petrus vor dem Hohen Rat auf Jesus verweist („…den ihr gekreuzigt habt.“ Apg 4,10) spricht hier ein Jude zu anderen Juden. Dieser Satz wurde zum Vorwurf des Gottesmordes und hat Gewalt und Hass ausgelöst. Historisch betrachtet und selbstkritisch eingeordnet kann dieser Satz relativiert werden.
Dieser Abend hat gezeigt, wie wichtig – gerade heute – die inhaltliche Auseinandersetzung und Deutung vermeintlich bekannter Selbstverständlichkeiten ist.
Jochen Maurer hat das Publikum durch erkenntnisleitende Fragen gefesselt und zu eigenen Beiträgen während des Vortrags angeregt. Dies könnte der Auftakt zu weiteren interessanten Veranstaltungen mit ihm sein wie Jochen Maurer im Gespräch im Anschluss verraten hat. Wir sind gespannt!

Organisation:

Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V. aus Obersulm

Untere Gasse 6, 74182 Obersulm-Affaltrach
+49 7130 4045780
museumsynagogeaffaltrach@t-online.de
Webseite von Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V.

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