Haben der Kölner Dom, das Heidelberger Schloss und der Kilians Turm in Heilbronn Gemeinsamkeiten?

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Ja – es gibt Gemeinsamkeiten – aber zuerst muss ich auf eine Begebenheit im Sommer zurück blicken.

Beim Besuch einer Besenwirtschaft kam ich mit einem netten Herrn ins Gespräch. Er erzählte mir von einer Wanderung im Heilbronner Stadtwald die ihn sehr beeindruckt hatte.

Mitten im Wald, in einem Naturschutzgebiet, wäre ein Steinbruch, bestimmt 800 Meter lang seien die hohen Felswände. Er war ein begeisterter Erzähler, dieses Naturdenkmal sollte ich mir doch auch einmal ansehen.

Ich war natürlich neugierig und stellte mir eine Wanderung zusammen, bei der ich auch durch den Steinbruch wandern konnte.

Im Heilbronner Stadtwald, gegenüber des Jägerhauses beginnt das „Naturschutzgebiet Schilfsandsteinbruch Jägerhaus“. Viele Jahrhunderte wurde der gelbliche Schilfsandstein hier aus den Felswänden gebrochen, um 1900 arbeiteten ca. 100 Arbeiter im Steinbruch. Der Schilfsandstein war in Deutschland und auch im nahen Ausland ein begehrter Baustoff. Der Schilfsandstein ist leicht zu bearbeiten, viele Steinbildhauer haben diesen Sandstein daher sehr gerne verwendet. In Heilbronn findet man auf den Friedhöfen viele historische Grabmale aus Schilfsandstein. Aber auch viele bürgerliche Häuser im Osten von Heilbronn haben eine Sandsteinfassade. Besonders erwähnenswert sind auch der Siebenröhrenbrunnen, der Berliner Bär, das Käthchen Haus und der Götzenturm in Heilbronn.

1968 wurde der Betrieb im Steinbruch eingestellt und 1972 wurde das Steinbruchgebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das „Naturschutzgebiet Schilfsandsteinbruch Jägerhaus“ ist eine wunderschöne unberührte Naturlandschaft – eingerahmt von hohen Schilfsandsteinwänden – ein ca. 1 km langer beeindruckender Wanderweg durch ein bedeutendes Naturdenkmal.

Der Schilfsandstein wurde für Ornamente am Kölner Dom, für Skulpturen am Heidelberger Schloss und für den Bau des Kilian Turmes in Heilbronn verwendet. Das Baumaterial „Schilfsandstein“ ist die Gemeinsamkeit, welche diese Gebäude verbindet.

Privatperson:

Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall

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5 Kommentare

Privatperson
Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall
am 16.11.2018 um 10:36

Hallo Heide,

mit deinem Beitrag und den schönen Bildern, bringst du uns die Heimat ein Stück näher.
Mein Mann ist von Geburt her Heilbronner und er wusste nicht's von einem Steinbruch.
Toll gemacht!

Lieber Gruß
Gudrun

Privatperson
Wander Gaby aus Heilbronn
am 16.11.2018 um 13:41

Hallo Zusammen,
ein toller Bericht. Wenn man jede Woche im Wald unterwegs ist, nimmt man manche Schönheit im Heilbronner Wald für selbstverständlich und die Aufmerksamkeit schwächt sich etwas ab.
Deshalb freuen wir uns immer, wenn neue Wanderer dazu kommen, mit ihnen kann man das oft begangene und gesehene wieder neu bestaunen.
Oberhalb vom Steinbruch gibt es auch noch Einiges zu entdecken. Ich liebe auch die alten Bilder vom Steinbruch, als er noch aktiv war. Das ist noch gar nicht so lange her. Schön, dass sich Menschen dafür eingesetzt haben, dass er jetzt Naturschutzgebiet ist.

Privatperson
Angelika Di Girolamo aus Künzelsau
am 17.11.2018 um 18:24

Ein sehr interessanter Bericht, vielen Dank dafür!