Einheimische Vögel und Insekten werden weniger: Haben Sie dennoch Fotos davon?

Die Feldlerche. Foto: dpa
 
Der Buchfink. Foto: dpa

Die Zahl der Vögel und Fluginsekten in Deutschland geht Untersuchungen zufolge deutlich zurück. So seien zwischen 1998 und 2009 knapp 13 Millionen Brutpaare verloren gegangen. Das sei ein Minus von 15 Prozent. Besonders betroffen seien unter anderem der Haussperling und der Star, der gerade zum "Vogel des Jahres 2018" gewählt wurde. Auch in der Region sind laut Nabu vier Vogelarten ausgestorben.

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Haben Sie noch regelmäßig Insekten oder Vögel in Ihrem Garten oder auf dem Balkon? Laden Sie unten über "Datei auswählen" Ihre Fotos davon hoch und zeigen Sie damit, dass es hoffentlich doch noch eine Vielfalt in der Region gibt. 

Studie

Eine jetzt veröffentlichte Studie untermauert außerdem einen erheblichen Rückgang der Insekten in Deutschland. "Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten", sagte Lars Lachmann vom Nabu.
In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse der Insekten laut Studie um mehr als 75 Prozent ab, berichten Wissenschaftler in einem Fachmagazin.Buch

Erklärung

"Wir können einen deutlichen Rückgang bestätigen", sagt Volker Koehler vom Nabu Heilbronn. In 30 Jahren seien vier Vogelarten in der Region ausgestorben, zum Beispiel der Rotrückenwürger. Bei Beobachtungen im vergangenen Jahr verzeichnete der Nabu im Stadt- und Landkreis insgesamt einen Rückgang von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Feldvögel sind laut Koehler betroffen. Da Getreide immer schneller abgeerntet wird, hätten einige Arten nicht mehr genug Zeit zum Brüten.
Das Vogelsterben habe noch weitere Gründe, erklärt Koehler. Einer sei der zunehmende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft: "Ein Verbot von Glyphosat würden wir auf jeden Fall unterstützen", so Koehler.
Doch was kann der Bürger zu Hause machen, damit Vögel sich wohlfühlen und Insekten als Nahrung finden? Am wichtigsten sei "ein Garten ohne Gift", sagt Gottfried May-Stürmer, Geschäftsführer des BUND Heilbronn-Franken: "Man kann von jedem Gartenbesitzer erwarten, dass er keine chemischen Pestizide einsetzt." Besonders wichtig sei es, Nahrungsgrundlagen für Insekten zu schaffen. Wer einen Garten hat, kann ein Stück Wiese stehen lassen. Zudem sei es wichtig, "Pflanzen zu säen, die blühen", erklärt May-Stürmer. Küchenkräuter wie Oregano, Majoran, Rosmarin, Basilikum oder Pfefferminze seien ideale Nahrung für Insekten mit langen Rüsseln wie Schmetterlinge, Hummeln oder Wildbienen. Insekten mit kurzen Rüsseln, wie Schwebfliegen oder Schlupfwespen, bevorzugen sogenannte "Doldenblütler" wie Möhre, Pastinake, Fenchel oder Dill. "Schlupfwespen sind außerdem wirksame Schädlingsbekämpfer", erklärt May-Stürmer.

Für Vögel sollte man Nistgelegenheiten schaffen. Meise und Star sind "Höhlenbrüter" und nisten gerne in alten Bäumen. "Nistkästen sind eine gute Alternative", so May-Stürmer. Für "Halbhöhlenbrüter" wie Rotkehlchen oder Zaunkönig ist ein offener Nistkasten ausreichend. Andere Arten würden sich zum Brüten gerne dornige Hecken und Gebüsche suchen. Geeignet seien Schlehe oder Weißdorn. Wer Vögel füttert, müsse vor allem auf die Hygiene achten, rät der Experte. Die Futterstelle sollte häufig gereinigt werden und das Futter möglichst am Rand liegen, damit die Vögel nicht draufkoten.

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3 Kommentare
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Sigrid Wengert aus Obersulm | 20.10.2017 | 15:01  
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Moni Bordt aus Weinsberg | 21.10.2017 | 10:51  
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Carolin Kirsch aus Heilbronn | 08.11.2017 | 15:32  
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