Stille Pfade in Hohenlohe - Rund um das Kloster Schöntal

Eine weitere schöne Ansicht des Klosters
 
Es wird zwar nicht empfohlen, aber wer gut mit Wanderkarten zurecht kommt sollte den Weg in entgegengesetzter Richtung gehen. So kann man den Aufstieg am Honigbach entlang genießen und wunderbare Aussichten
Schöntal: Kloster Schöntal | Die Natur braucht dringend noch mehr Regenwasser und das war ursprünglich vorhergesagt. Deshalb hätten d' Gaby un de Erich gerne an diesem Sonntag auf eine Tour verzichtet. Doch der Wetterbericht änderte sich und es wurde spontan eine Wanderung für den Sonntag ausgeschrieben. Leider hatte niemand Zeit und die beiden Wanderführer erkundeten den Pfad der Stille 1 Schöntal - Kreuzberg - Neusaß alleine. Allerdings sind 4,5 km für die Wanderer zu wenig und so schlossen sie den Schöntaler Rundweg Nummer 4 mit 7,5 km direkt an. So gab die aufgezeichnete Wegstrecke eine etwas wackelige Acht mit dem Kloster Schöntal im Zentrum.
Wunderschöne Wege und Naturdenkmale waren auf der Strecke zu entdecken. Dem gemeinen Wanderer wird empfohlen die Tour 1 nach der Beschreibung zu gehen, da sie nur in einer Richtung ausgeschildert ist. Die Wanderleiter hielten sich aber nicht daran und gingen hinter dem Kloster die Honigsteige hinauf um gleich darauf entlang des Honigbachs (Tierbächlein) aufwärts zu steigen. Kaum aus dem Wald geschritten, wurden sie schon bald von lautem Blöken der Schafe bei der Wallfahrtskirche Neusaß begrüßt. Die Schafe gehören natürlich zum Forsthaus, das gleich neben der Kirche liegt. Hinter dem Forsthaus wurden vermutlich in Anlehnung an die heilige Dreifaltigkeit drei Linden gepflanzt, die zu einem Baum zusammengewachsen sind. Hier wurde bereits 1397 durch Kaiser Wenzel erlaubt ein Markt abgehalten, der durch seine Lage in der Nähe der "Hohen Straße" die von Bad Wimpfen nach Rothenburg ob der Tauber führte, eine überregionale Bedeutung hatte. Hier oben befinden sich die Fischteiche des Klosters und ein Flächennaturdenkmal, ein Feuchtbiotop. Weiter ging die Wanderung im Bogen hinüber zum Kreuzberg, wo die Kuppel der Heiliggrabkapelle immer wieder sichtbar war. Dann ging es den Mittleren Weg hinunter mit der Klosteranlage vor Augen.
Im Kloster angekommen konnte die Anlage an diesem trüben Tag ausgiebig besichtigt werden, die Wanderer standen alleine und ehrfurchtsvoll in der Klosterkirche. Doch das Barock konnte sie nicht halten, dazu sind sie zu naturverbunden und wollten weiter. Tour 5 der Stillen Pfade ist eine Radtour und mit 21 km und vielen geteerten Wegen zu weit und uninteressant für die Wanderer. Aber über die Jagst auf einem schmalen Steig hinauf zum Storchenturm führte sie der Schöntaler Rundweg 4. Dann ging es weiter  durch den Wald, wo während des Gehens gevespert wurde. Als Kinder nannte man es "Rumrennbrot". Zum Sitzen im Freien war es an diesem Sonntag auch im Wald, der ja noch kahl war, zu frisch. So gestärkt kamen sie auf das Schloss Rossach zu, das im Privatbesitz der Alexandra von Berlichingen ist und nicht betreten werden darf. Der Forstweg hinunter führt entlang der Schelmenklinge. Kurz vor Berlichingen kreuzten drei Rehe den Weg der Wanderer und liefen voraus die kleine Anhöhe zu den Steinriegeln hinauf. Die Steinriegel bezeugen den ehemaligen Wein- und Ackerbau an diesen Hängen. Als Pflanzenliebhaberin möchte die Wander-Gaby hier im Frühling oder Frühsommer wieder herkommen. Dieses Naturdenkmal bietet sicher eine einmalige Flora. Durch die frühe Zeit im Jahr und die kahlen Bäume und Gebüsche konnte man immer wieder neue Ansichten auf die Klosteranlage genießen. Bald war die Jagstbrücke wieder erreicht und der ruhige, gemütliche Wandertag mit den vielen Eindrücken konnte im Kloster-Café ausklingen.
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Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 04.03.2019 | 18:52  
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