Zukunft des Wohnens/Stadtentwicklung
Neubaugebiete machen finanziell keinen Sinn

Der Prozentsatz älterer Menschen steigt immer mehr an, jüngere sind eine immer stärker schrumpfende Altersgruppe - in Abstatt und überall im Land. Ein Paradigmenwechsel bei der Städteplanung ist nötig, der diesem demografischen Wandel Rechnung trägt. | Foto: Andrea Hohlweck/BUND
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  • Der Prozentsatz älterer Menschen steigt immer mehr an, jüngere sind eine immer stärker schrumpfende Altersgruppe - in Abstatt und überall im Land. Ein Paradigmenwechsel bei der Städteplanung ist nötig, der diesem demografischen Wandel Rechnung trägt.
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Was haben der demografische Wandel und Neubaugebiete miteinander zu tun? Und was ist der Donat-Effekt in der Siedlungsentwicklung? Solchen Fragen ging am Donnerstagabend auf Einladung des BUND Schozach-Bottwartal und der Wählerbereinigung LebenswertesAbstatt (LWA) der Geograf Stefan Flaig bei seinem Vortrag nach. Dass das Thema "Die Zukunft des Wohnens im Schozach-Bottwartal" interessierte, belegte der voll besetzte Clubraum in der Abstatter Wildeckhalle. Anhand demografischer Daten u.a. des Statistischen Landesamtes beleuchtete der Siedlungsexperte der Stuttgarter Beratungsfirma Ökonsult den Wohnraumbedarf der Region am Beispiel Abstatts. Sein klares Fazit: Wer heute noch Neubaugebiete für junge Familien plant, negiert den rasanten demografischen Wandel hin zur alternden Gesellschaft und plant für eine schrumpfende Zielgruppe statt für eine nachhaltige Siedlungs- bzw. Stadtentwicklung. Er fordert einen klaren Paradigmenwechsel. Eine Wohnungsnot existiere de facto nicht, schon jetzt läge die Leerstandsquote in nahezu jeder Kommune bei über 5 %. Was fehle, seien aber forciertes Wohnraummanagement, zielgruppengerechte Angebote wie günstige Mietobjekte für Normalverdienende und seniorengerechte, aber infrastrukturell gut angebundene Wohnmöglichkeiten. Die nachhaltige Siedlungsplanung müsse sich viel stärker auf den Altbestand konzentrieren. Sonst drohe neben klammer Gemeindekassen auch der Donateffekt: Die attraktiven Wohnlagen lägen dann außerhalb eines zunehmend maroden Siedlungskerns. Neubaugebiete wie das geplante Gebiet Wehräcker in Abstatt lehnt Flaig deshalb ab. 
Einen weiteren Aspekt, der gegen die Ausweitung der Siedlungsgebiete spricht, brachte Andrea Hohlweck vom BUND ein. Sie beleuchtete einleitend die ökologische Bedeutung unbebauter Flächen und des Schutzgutes Boden für Natur, Klima und Gesundheit angesichts der Klimakrise und des Artensterbens, während die LWA den Prozess ihres "Zukunftswerkstatt" genannten Bürgerdialogs vorstellte.

Der Prozentsatz älterer Menschen steigt immer mehr an, jüngere sind eine immer stärker schrumpfende Altersgruppe - in Abstatt und überall im Land. Ein Paradigmenwechsel bei der Städteplanung ist nötig, der diesem demografischen Wandel Rechnung trägt. | Foto: Andrea Hohlweck/BUND
Andrea Hohlweck, Vorsitzende des BUND Schozach-Bottwartal, betonte die immense Bedeutung, die unbebaute Flächen für die Entstehung von Grundwasser, Kaltluft und für die Aufnahme von Starkregen und Hochwasser für den Siedlungbereich haben. Zugleich mahnte sie die Verantwortung der Kommunen an, ihren Beitrag gegen das Artensterben zu leisten, indem sie ihren Flächenverbrauch drastisch reduzieren. | Foto: Christian Kszuk/BUND
Lars Baumgärtner, Fraktionsvorsitzender der Abstätter Wählergemeinschaft "Lebenswertes Abstatt" (LWA) führte in den Abend ein. LWA und BUND traten gemeinsam als Veranstaltende auf. | Foto: Andrea Hohlweck/BUND
Die LWA hat sich bereits für eine nachhaltige, ökologische Siedlungsentwicklung für Abstatt ausgesprochen. In mehreren Zukunftswerkstätten hat sie gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Ideen für Abstatt entwickelt, die auch den schonenden Umgang mit Natur und Umwelt beinhalten. | Foto: Andrea Hohlweck/BUND
Das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion darüber, wie Wohnraummangement in der Gemeinde gelingen könne. Zentrales Anliegen sei hier eine gelungene Kommunikation, aber auch gute Ideen für die Leerstandsvermittlung wie z. B. das kommunale Mietmanagement, das z. B. vor Ärgernissen wie Mietnomadentum schützen könne. | Foto: Andrea Hohlweck/BUND
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