45 Fundkatzen aus Bad Friedrichshall
Tierheim Heilbronn schlägt Alarm – Stadt verweigert finanzielle Beteiligung - Grüne fordern Katzenschutzverordnung
- Katze
- Foto: Tierheim Heilbronn (freigegeben)
- hochgeladen von Bündnis 90/Die Grünen OV Bad Friedrichshall
Bad Friedrichshall/Heilbronn. Das Tierheim Heilbronn ist am Limit. Allein aus Bad Friedrichshall wurden seit Januar 45 streunende Katzen aufgegriffen und versorgt. Weitere 39 gemeldete Tiere konnten noch nicht eingefangen werden. Die Grünen-Gemeinderatsfraktion fordert eine Katzenschutzverordnung – doch Stadt und Gemeinderat blocken ab.
18.000 Euro Kosten – Stadt zahlt nichts
"Das Tierheim hat uns mitgeteilt, dass von Januar bis einschließlich 3. November 2025 insgesamt 45 Fundkatzen aus Bad Friedrichshall versorgt, kastriert und gechippt werden mussten", berichtet Sibylle Riegger-Gnamm, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat. Bei rund 400 Euro pro Katze eine enorme Belastung für die spendenfinanzierte Einrichtung.
Das Tierheim habe wiederholt die Verwaltung und Bürgermeister angeschrieben und um finanzielle Beteiligung gebeten, wie sie im Vertrag mit Landkreisgemeinden vorgesehen ist. Die Stadt Bad Friedrichshall lehnte eine Kostenübernahme von 100 Euro pro Katze ab – sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell.
Antrag im April gescheitert
Bereits im April brachten die Grünen einen Antrag für eine Katzenschutzverordnung in den Gemeinderat ein. Diese würde eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen vorschreiben – ein bewährtes Mittel, um die unkontrollierte Vermehrung zu stoppen.
Der Antrag wurde abgelehnt. Die Begründung der Verwaltung: Es existiere keine gefährdete Katzenpopulation in Bad Friedrichshall, weshalb nach Tierschutzgesetz § 13b nicht gehandelt werden müsse.
"Gefährdete Population ist eindeutig gegeben"
Die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache. "45 aufgegriffene Katzen plus 39 gemeldete, aber noch nicht eingefangene Tiere – das ist eindeutig eine gefährdete Population", argumentiert Riegger-Gnamm. Bereits in Kalenderwoche 48 hatte das Tierheim in der Heilbronner Stimme auf die Problematik aufmerksam gemacht und explizit Bad Friedrichshall als Belastungsfaktor genannt.
Langfristig teurer als Prävention
Die Grünen warnen: Ohne Katzenschutzverordnung werden die Kosten weiter steigen. "Die langfristigen Kosten übersteigen die einer Katzenschutzverordnung deutlich", so Riegger-Gnamm. "Zudem nimmt das Tierleid für freilebende und unversorgte Katzen weiter zu."
Neue Initiative im Gemeinderat
Die Gemeinderatsfraktion der Grünen wird in der nächsten Sitzung die aktuellen Zahlen vom Tierheim einreichen und erneut auf eine Lösung drängen. "Nur gemeinsam können wir den Katzen helfen, für mehr Tierwohl sorgen und das Tierheim entlasten", appelliert die Fraktionsvorsitzende.
Die Grünen rufen Bürgerinnen und Bürger auf, streunende Katzen dem Tierheim zu melden und andere Gemeinderatsfraktionen anzusprechen, das Vorhaben zu unterstützen.
Tierheim Heilbronn: Meldungen streunender Katzen können unter der Telefonnummer des Tierheims gemacht werden.
Organisation:Bündnis 90/Die Grünen OV Bad Friedrichshall aus Bad Friedrichshall |
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| info@gruene-badfriedrichshall.de | |
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