Faires Frauenfrühstück in Ingelfingen
Was ziehe ich an?
- Foto: Christa Wolpert
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Faires Frühstück in Ingelfingen: Bewusst konsumieren – Verantwortung übernehmen
„I have nothing to wear – ich habe nichts zum Anziehen.“ Mit diesem Satz eröffnete Karin Pfisterer, Diplom- Ingenieurin- Bergleitungstechnik ihren Vortrag beim Fairen Frühstück des Frauenbund 2.0 Hohenlohe am Samstag, 28. Februar 2026. Dabei sei der Kleiderschrank meist gut gefüllt – im Durchschnitt werden jährlich rund 60 neue Kleidungsstücke gekauft.
Über vierzig Frauen waren an diesem Morgen ins katholische Gemeindehaus nach Ingelfingen gekommen, um gemeinsam zu frühstücken und sich mit Fragen rund um nachhaltigen Konsum auseinanderzusetzen.
In ihrem Impulsvortrag machte Karin Pfisterer deutlich, wie sehr sich unser Umgang mit Mode verändert hat. Nicht nur die Qualität der Kleidung habe nachgelassen, auch die Tragedauer sei deutlich kürzer geworden. Rund 452.500 Tonnen Kleidung landen jährlich im Müll. Es werde so viel produziert wie nie zuvor. Billigware überschwemme den Markt, häufig importiert aus Fernost. Der weltweite CO₂-Ausstoß der Modeindustrie liege bei etwa zehn Prozent. Hinzu kämen ein enormer Wasserverbrauch und der intensive Einsatz von Pestiziden beim Baumwollanbau.
„Die Produktion und Entsorgung von Kleidung ist eine große Belastung für unsere Umwelt“, betonte die Referentin. Doch was kann jede Einzelne tun? Pfisterer riet dazu, beim Kauf auf anerkannte Umwelt- und Soziallabel zu achten und sich über Produktionsbedingungen zu informieren. Ebenso wichtig sei es, Kleidung länger zu tragen, Spontankäufe zu vermeiden und bewusst in den eigenen Kleiderschrank zu schauen – mit der ehrlichen Frage: Brauche ich das wirklich?
Auch Kleidertauschbörsen oder der Einkauf im Second-Hand- Laden seien gute Möglichkeiten, modisch und zugleich nachhaltig unterwegs zu sein.
In der anschließenden Gesprächsrunde wurde deutlich, dass viele der Anwesenden bereits versuchen, bewusster einzukaufen. „Vieles machen wir schon, und doch ist es gut, sich immer wieder neu zu orientieren“, meinte eine Teilnehmerin. Einig war man sich auch darin: Das Faire Frühstück bietet nicht nur wertvolle Impulse, sondern auch Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Ermutigung.
Am Ende stand neben dem reichhaltigen Frühstück die Erkenntnis, dass jede noch so kleine Veränderung im eigenen Konsumverhalten ein Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit sein kann – und dass gemeinsames Engagement Mut macht, dranzubleiben.
Renate Bertsch-gut
Kath. Frauenbund 2.0 Hohenlohe
Im Herrenberg 14
74653 Künzelsau
info@frauenbund2punkt0hohenlohe.de
Organisation:Frauenbund 2.0 Hohenlohe aus Künzelsau |
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