Landesgartenschau Ellwangen
Was es sonst noch in Ellwangen zu sehen gibt
- Die GAIA. Sie hat einen Durchmesser von sieben Metern. Und schwebt im Kirchenraum
- Foto: Daniela Somers
- hochgeladen von Daniela Somers
Nach dem Besuch des Landesgartenschaugeländes und der Blumenschau im Kreuzgewölbe sind wir gleich nach nebenan in die ev. Stadtkirche. Diese Kirche wurde 1724-29 als Jesuitenkirche erbaut. Von 1802 war sie Garnisonskirche. Seit 1817 ist sie die evangelische Stadtkirche. Schon von außen beeindruckt sie mit einer prunkvollen barocken Fassade. Im Inneren sieht man wenig Stuck, dafür aber umso mehr dekorativen Malereien. Das besondere im Moment aber ist, dass anlässlich der Landesgartenschau die GAIA (benannt nach der griechischen Urmutter der Erde) zu Gast ist. Das international gefeierte Kunstwerk des britischen Installationskünstlers Luke Jerram zeigt unseren Planeten anhand hochauflösender NASA-Satellitendaten. Diese detailgetreue Abbildung der Erde hängt in der Mitte des Gotteshauses und zieht die Besucher in ihren Bann. Obwohl die Installation außerhalb des Gartenschaugeländes ist, ist sie ein offizieller Bestandteil der Landesgartenschau. Aber natürlich ist auch die ev. Stadtkirche an sich schon sehenswert. Weiter ging unser Weg durch die Stadt. Ein besonderes Haus hat meine Blicke sofort auf sich gezogen. Und noch während ich dieses tolle Haus, das heute eine Apotheke ist, fotografiert habe, kam der Apotheker auf mich zu. Er hat sich offensichtlich über mein Interesse gefreut und mir eine schöne detaillierte Beschreibung über das Haus überreicht. Das hat mich natürlich besonders gefreut. Er hat wohl gemerkt wie sehr ich mich gefreut habe und hat uns danach eingeladen das schöne alte Treppenhaus dort zu besichtigen. Das war ein echtes Highlight. Dieses Haus ist voll mit Geschichte. Erbaut wurde das Haus 1555 als Wirtschaft zum schwarzen Adler. Schon damals an einer gut gewählten Stelle hatte das Haus auch Platz für Pferdeställe. Zwischen 1707 und 1802 gab es im Gasthof eine Station der Thurn und Taxisschen Kaiserlichen Reichspostanstalt. Nach dem die Post 1803 württembergisch wurde, gab es von 1819 bis 1851 dort ein Postamt der Fürstlichen Thurn und Taxisschen Lehenspostanstalt. Auch nachdem es keine Postamt mehr dort gab, blieb das Haus als Gasthof bestehen. Julius und Maria Zimmerle führten den Gasthof. Dadurch erhielt das Haus auch den Namen "Haus Zimmerle". Das Ehepaar beauftragte den Direktor der königlichen Kunstgewerbeschule Stuttgart die Fassade des Hauses mit der Geschichte des Hauses zu bemalen. Das Werk wurde mit dem Datum 1895 signiert. Das schmale Treppenhaus im Rokokostil ist total schön. Schon von unten erkennt man ein Deckengemälde mit Göttergestalten der antiken Mythologie. Seit 1950 betreibt die Familie Krombholz die Adler-Apotheke nun in fünfter Generation. 2017 wurde das Haus saniert. Übrigens hatte das Haus auch sehr bekannte Übernachtungsgäste. Johann Wolfgang von Goethe hat hier am 3. November 1797 bei seiner Rückreise aus der Schweiz übernachtet. Und 20 Jahre zuvor ist auch Wolfgang Amadeus Mozart hier mit seiner Mutter abgestiegen, auf dem Weg zum kurfürstlichen Hof in Mannheim. Ein herzliches Dankeschön nochmals an den netten Apotheker der mir die Einblicke in das Haus ermöglicht hat.
Natürlich gibt es noch einige schöne Häuser in Ellwangen. Ein paar Einblicke habe ich euch noch mitgebracht. Aber eigentlich hätte ich einen zweiten Tag in der Stadt gebraucht um alles was mich interessiert hat anzuschauen. Denn in Ellwangen gibts auch noch die Wallfahrtskirche Schönenberg und auch das Schloss. Und noch einige schöne Gebäude in der Stadt.
Wie immer sind die Bilder untertitelt.
Privatperson:Daniela Somers aus Untergruppenbach |
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