Kunstvolle Postkarte ans liebe Mariele
Das Torhaus von Schloss Stetten um 1900

Das Torhaus war zu jener Zeit verputzt und trug das Stetten-Wappen mit 3 Beilen, ergänzt durch die Heilige Franziska mit 2 Beilen (es wäre interessant, zu erforschen, welchen Zusammenhang es zwischen der Heiligen und Schloss Stetten geben mag!)  und die Inschrift ANNO DOMINI 1150 (Jahreszahl unsicher). Dahinter erkennt man die Schildmauer und den Bergfried der Kernburg."Schloss Stetten" ist in kunstvollen Buchstaben aufgedruckt - dies weist darauf hin, dass es neben der Burg auch ein Schloss gab.  | Foto: Di Girolamo
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  • Das Torhaus war zu jener Zeit verputzt und trug das Stetten-Wappen mit 3 Beilen, ergänzt durch die Heilige Franziska mit 2 Beilen (es wäre interessant, zu erforschen, welchen Zusammenhang es zwischen der Heiligen und Schloss Stetten geben mag!) und die Inschrift ANNO DOMINI 1150 (Jahreszahl unsicher). Dahinter erkennt man die Schildmauer und den Bergfried der Kernburg."Schloss Stetten" ist in kunstvollen Buchstaben aufgedruckt - dies weist darauf hin, dass es neben der Burg auch ein Schloss gab.
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Die am 27. Februar 1908 gestempelte Postkarte ist für mich in zweierlei Hinsicht kunstvoll: einmal durch die romantisch wirkende Darstellung des Torhauses und weiterer Teile der Burg Stetten, zum anderen durch die Anordnung der in schöner Handschrift geschriebenen Nachricht von Pauline an ihre Freundin Marie. Nur der obere Teil und der untere Rand der Karte sind beschrieben, somit bleibt der Blick auf das Hauptmotiv des Bildes frei.

Das Torhaus war zu jener Zeit verputzt (*) und trug das auf dem Bild angedeutete markante Stetten-Wappen mit 3 Beilen, ergänzt durch die Heilige Franziska mit 2 Beilen,  und die Inschrift ANNO DOMINI 1150 (Jahreszahl unsicher). Dahinter erkennt man die Schildmauer und den Bergfried der Kernburg. Im Vordergrund steht ein elegant gekleideter Mann, vielleicht ein Sohn des Burgherren, an der Stelle, wo früher einmal eine Zugbrücke war. 

"Schloss Stetten" ist in kunstvollen Buchstaben aufgedruckt - dies weist darauf hin, dass es neben der Burg auch ein Schloss gab. Dieses im frühen 18. Jahrhundert erbaute repräsentative Gebäude ist auf vielen anderen Postkarten zu sehen. Es wurde vor rund 10 Jahren grundlegend restauriert und erstrahlt seitdem wieder in alter Pracht. 

"Fräulein Marie A." erhielt diese Postkarte am 27. Februar 1908. In Kocherstetten geboren und aufgewachsen, lebte und arbeitete sie als 20-Jährige in Künzelsau. Dort war sie, wie viele andere junge Frauen "in Stellung", und zwar bei einem Herrn R., der in Künzelsau so bekannt war, dass die Karte auch ohne Angabe von Straße und Hausnummer richtig zugestellt wurde. 

Marie freute sich sehr über Post von ihrer Familie und ihrem großen Bekanntenkreis, gab es doch kaum andere Möglichkeiten der Kommunikation. Die Postkarten sammelte sie sorgfältig in einem Einsteck-Album, in späteren Jahren kam ein weiteres dazu. Die geschichtsbewusste Enkelin und Kocherstettenerin übergab dem Kreisarchiv des Hohenlohekreises in Neuenstein die umfangreiche Sammlung, wo sie gut aufgehoben, für Interessierte einsehbar und für die Nachwelt gesichert ist.

(*) Eine Internetrecherche führte zu einer Ansichtskarte mit einem Foto des verputzten Torhauses - hier
(Der Link erlischt, sobald die AK verkauft wurde.)
Ein Ausschnitt aus einer Postkarte aus den 1960er Jahren zeigt, dass das Torhaus zwischenzeitlich renoviert wurde.
Nach Informationen von Dr. Wolfgang von Stetten wurde das Fachwerk bereits 1930 freigelegt.

Mehr zu Schloss Stetten gibt es hier 
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schloss_Stetten_(Hohenlohe)

Das Torhaus war zu jener Zeit verputzt und trug das Stetten-Wappen mit 3 Beilen, ergänzt durch die Heilige Franziska mit 2 Beilen (es wäre interessant, zu erforschen, welchen Zusammenhang es zwischen der Heiligen und Schloss Stetten geben mag!)  und die Inschrift ANNO DOMINI 1150 (Jahreszahl unsicher). Dahinter erkennt man die Schildmauer und den Bergfried der Kernburg."Schloss Stetten" ist in kunstvollen Buchstaben aufgedruckt - dies weist darauf hin, dass es neben der Burg auch ein Schloss gab.  | Foto: Di Girolamo
Die Rückseite war ausschließlich für die Empfängeranschrift und Briefmarke gedacht. Eine Absenderangabe war nicht vorgesehen. | Foto: Di Girolamo
Ausschnitt einer Postkarte von um 1960. Ein Beispiel dafür, dass Postkarten als Zeitdokumente dienen können. Falls kein Poststempel vorhanden ist, lässt sich das ungefähre Alter der Karte in manchen Fällen an Gebäuden festmachen, von denen man das "Baujahr" kennt. | Foto: Di Girolamo
Alle erhaltenen Postkarten verwahrte Marie in einem Einsteck-Album | Foto: eigene Aufnahme
Torhaus 2022 | Foto: Eigene Aufnahme
Privatperson:

Angelika Di Girolamo aus Künzelsau

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