Schlimmer Verlust ... und neue Hoffnung!

Wie es wohl weitergeht mit "unserer" Ente?
 
Erpelgruppe im Kocher, gestern gesehen ... heute habe ich einen einzelnen Erpel, "unseren" Erpel?, weiter flussabwärts beobachtet ... Männermangel herrscht hier definitiv nicht
Link zum vorausgehenden Bericht: 
Erstaunlicher Fund und ein wenig Sorge

Nur zu gerne hätte ich festgestellt, dass die Sorge um die Entenfamilie ganz und gar unberechtigt war - doch es ist etwas passiert, was in der Natur sehr oft, nur meistens von uns Menschen unbemerkt, geschieht: ein Fressfeind der Ente hat sich  vor wenigen Tagen das gesamte Gelege einverleibt; die Ente musste fliehen und vermutlich aus sicherer Entfernung das für sie dramatische Erlebnis mit ansehen!

Ob es wohl ein ortsbekannter Waschbär war, der sich schon so manches Hühnchen geholt hat? War es ein Fuchs, der oberhalb des Friedhofes am Schlossberg seine Jungen aufzieht? Oder doch ein Steinmarder, von erfahrenen Jägern als Eierspezialist bezeichnet?

Wir werden es nicht erfahren, und auch den weiteren Verdächtigen wie Elster oder Krähe wird kein Prozess gemacht werden. Leider ist die Liste der Entenfeinde lang, womit sich auch die beachtliche Anzahl der Eier - es waren 11! -  in 'unserem' Gelege erklärt. Bei so vielen Feinden müssen mögliche Verluste durch viele Nachkömmlinge ausgeglichen werden.

Doch wie sehr viele Leser des ersten Entenberichtes und so manche Kocherstettener Natur- und Tierfreunde hatten auch Birgit und ich uns längst gefühlsmäßig in die Entenmutter hineinversetzt, sie für ihre Fürsorge und Liebe zur Brut bewundert - vier Wochen lang saß sie mit nur kurzen Unterbrechungen still, unbeweglich und völlig vom dichten Busch bedeckt auf ihrem Gelege, stellte ihre eigenen Bedürfnisse weitestgehend zurück!

Wir konnten sogar regelmäßig beobachten, dass der Erpel seine Ente bei ihren kurzen Futtergängen am frühen Morgen begleitet hat, ein Verhalten, das beachtlich ist - dazu weiter unten mehr.

Unsere Hoffnung auf ein glückliches Ende war innig, stark und berechtigt, doch leider hat die Hoffnung dieses Mal nicht gesiegt! 

Aber es gibt einen Lichtblick: nach einem Verlust des Geleges kommt es nicht selten im gleichen Jahr zu einer Nachbrut ... in unserem Fall hoffentlich auch! 

Mein Versprechen:
Ich halte weiterhin die Augen offen und werde auch weiter von eventuellen Beobachtungen berichten -  am allerliebsten von einem HAPPY END/TCHEN !!! 


30.05.2020 | 16:29 

Soeben habe ich einen Anruf erhalten und eine liebe Kocherstettenerin hat mir berichtet, dass Ente und Erpel schnäbelnd!!! im Erlesbach herumschwimmen.
Wenn das mal keine gute Neuigkeit ist!


Interessante Hintergrund-Informationen: 

Nach einem Telefonat mit Helmut Schwab, einem in Künzelsau ansässigen Biologen mit Schwerpunkt Süßwassertiere, erreichte mich eine ausführliche Mail von ihm, aus der ich einige Stellen zitiere:  

"In Baden-Württemberg gibt es übrigens so 20 bis 30 000 Brutpaare des Vogels. Interessant ist, dass in den vielen Büchern, in denen ich nachgeguckt habe, über Feinde der Stockenten fast nichts steht. Hier müsste dringend eine Doktorarbeit drüber geschrieben werden.

Ich habe bei mir auch noch ein Buch von einem Herrn Rutschke gefunden, der ein wirklich wissenschaftliches Buch über die Enten geschrieben hat. Dank ihrer Anfrage habe ich es wieder gefunden und war beeindruckt. Aber gerade auch zum Gefressenwerden der Jungtiere hat er nichts geschrieben.

Es gibt tatsächlich Belege dafür, dass Stockenten bei Gelegeverlust Nachbruten machen. Also gehen wir mal von einer Nachbrut aus!
Im dokumentierten Fall war allerdings die Zahl der Eier nicht mehr so groß (5 Stück).

In besonderen Fällen sind Männchen öfters dann zugange, wenn die Mutter die Entchen ins Wasser bringt. Da passen die Erpel auf, dass dem Nachwuchs nichts passiert ... dies scheint aber nicht sehr oft der Fall zu sein. Wie immer haben halt die Mütter die Last und die Männer sonnen sich in ihrer Vaterschaft.

Jetzt habe ich Ihren Bericht und auch die angehängten Kommentare gelesen. ...  Ich denke, dass Enten schon immer wissen, was ihr Brutplatz bedeutet. Sie hätten sicher einen Weg zum Wasser gefunden, wenn auch möglicherweise über unsere gefährlichen Straßen.

Nahrungstechnisch ist es so, dass, wie wir schon vermutet haben, die Stockenten Allesfresser (zumeist aber vegetarisch) sind, aber speziell in der Phase der Jungenaufzuchtzeit auch stark tierische Lebewesen zu sich nehmen."

Viele weitere Informationen zur Stockente gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stockente
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10 Kommentare
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Daniela Somers aus Untergruppenbach | 28.05.2020 | 20:40  
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 28.05.2020 | 20:58  
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Anneliese Herold aus Oedheim | 28.05.2020 | 21:25  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 28.05.2020 | 22:36  
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 30.05.2020 | 15:27  
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 30.05.2020 | 16:29  
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Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 30.05.2020 | 23:34  
3.553
Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 31.05.2020 | 06:53  
2.566
Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 31.05.2020 | 21:37  
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 01.06.2020 | 16:37  
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