Schwetzinger Schlossgarten, Teil 4
Das Badhaus von Kurfürst Carl Theodor

Schlossgarten Schwetzingen, Badehaus
22Bilder
  • Das Badehaus von der Nordseite.
  • Foto: Daniela Somers
  • hochgeladen von Daniela Somers

Nachdem ich nun das Ende der Welt gesehen hatte, ging es weiter ins nahe gelegene Badehaus. Das Badehaus im Schlosspark ist wohl das einzige Gebäude das zu tatsächlichen Wohn- und Nutzzwecken gebaut wurde. Zwischen 1768 und 1772 ließ sich der Kurfürst diesen ganz privaten Rückzugsort erbauen. Nicolas de Pigage hat auch dieses Gebäude entworfen. Am barocken Hof gab es für den Kurfürst normalerweise keine Privatsphäre. In der Sommerresidenz Schwetzingen ging es schon ein bisschen lockerer zu. Allerdings suchte der Kurfürst einen Platz an dem er auch alleine oder mit engen Freunden abseits des Hofzeremoniells sein konnte. Und dafür war das Badehaus gedacht. Durch Hecken abgeschirmt konnte er sich hier seinen Leidenschaften, der Musik und seiner Lektüre widmen. Von einem ovalen Eingangssaal gingen weitere Räume ab. Es gab zwei kleine Vorräume, ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer, ein chinesisches Teezimmer und den Baderaum. Im Baderaum sind die Wände mit Halbedelsteinen und Stuck als eine Art Grotte gestaltet. Die in den Boden eingelassene Marmorwanne konnte mit warmem und kaltem Wasser befüllt werden. Das warme Wasser wurde in der nahegelegenen Badehausküche erhitzt und über Bleirohre in Form von Schlangen ins Badebecken geleitet. Ob Carl Theodor tatsächlich diesen Badekomfort nutzte, ist nicht überliefert. Allerdings ist überliefert, dass er sich dort im kleinen Kreis mit auserwählten Gästen zum musizieren und diskutieren traf. Wie immer sind die Bilder untertitelt. Und im nächsten Teil gehts durch den Park in Richtung Süden.

Privatperson:

Daniela Somers aus Untergruppenbach

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